Laubblatt

Laubblatt
Laubblatt, am weitesten entwickelter Blatttyp ( Blattfolge) der Cormophyten; dient der Photosynthese und der Transpiration. Die Blattanlagen (Blattprimordien) entstehen als seitliche Höcker des Vegetationspunktes. Ihr Wachstum erfolgt zunächst an der Spitze, wird jedoch bald von der Basis her fortgesetzt. Nachdem die Gliederung in Ober- und Unterblatt erfolgt ist, übernehmen Wachstumszonen an Rändern und Basis das weitere Wachstum. Da die Blätter schneller wachsen als der Vegetationspunkt, hüllen sie diesen ein (Knospe).
    Das Oberblatt setzt sich aus dem Blattstiel und der Blattspreite, dem eigentlichen Assimilations- und Transpirationsorgan, zusammen. Das Unterblatt besteht aus dem Blattgrund und ggf. den Nebenblättern. Das L. ist im typischen Fall bilateralsymmetrisch gebaut. Die Blatthauptader teilt das L. in zwei gleiche Hälften. Die meisten L. sind dorsiventral (bifacial): Die Blattoberseite unterscheidet sich z.B. in Anatomie, geringerer Häufigkeit von Spaltöffnungen und Behaarung von der Unterseite. L. mit gleich beschaffener Ober- und Unterseite nennt man äquifacial; sie kommen bei Pflanzen sonniger Standorte vor. Auch die Nadelblätter der Coniferen sind äquifacial. Wächst die Unterseite eines L. stärker als die Oberseite, sodass diese schließlich verschwindet,
entsteht ein unifaciales L. (z.B. Schnittlauch). Die Leitbündel im L. werden als Blattadern oder Blattnerven bezeichnet. Der anatomische Aufbau eines L. umfasst Mesophyll sowie obere und untere Epidermis. Den Stofftransport zwischen Leitbündeln und Mesophyll besorgen die aus Endoderm bestehenden Leitbündelscheiden. Bei den C4-Pflanzen enthalten die Bündelscheidenzellen besonders viele Plastiden; in ihnen wird CO2 fixiert. L. können sich je nach Funktion in äußerer Gestalt und anatomischem Bau sehr stark verändern ( B.metamorphosen).
    Die Lebensdauer der L. beträgt bei ausdauernden sommergrünen Holzgewächsen eine Vegetationsperiode, bei immergrünen Holzgewächsen mehrere Jahre ( Blattfall). Manche krautigen Pflanzen überwintern mit grünen L., ersetzen diese aber meist im Frühjahr (z.B. Glechoma, Gundermann; Pyrola, Wintergrün).

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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